Barocke Meister - Mitten in Bayern

Residenzschloss Neuburg an der Donau
Asamkirche Maria de Victoria Ingolstadt

Das „schiefrunde Zierwerk“ erobert Süddeutschland

Wer Rubens sehen will muss nicht bis nach Antwerpen fahren. Mitten in Bayern finden sich zahlreiche Meisterwerke der frühen und späten Barockgeschichte. Allen voran die Filialgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen im Residenzschloss in Neuburg an der Donau. Mit über 150 Gemälden ist sie ausschließlich der flämischen Barockmalerei gewidmet. Neben drei Altargemälden von Paul Rubens besticht die Sammlung auch durch Historienbilder und Portraits aus den Werkstätten von Anthonis van Dyck und Jacob Jordaens, den zwei neben Rubens herausragenden Antwerpener Malern. Das Residenzschloss in Neuburg an der Donau bietet hierfür den beeindruckenden Rahmen.

Ein paar Kilometer Donauabwärts wartet in Ingolstadt mit der Asamkirche Maria de Victoria ein Glanzstück barocker Kirchenkunst auf die Besucher, das von den beiden Brüdern Cosmas Damian und Egid Quirin Asam während des Höhepunktes ihrer Schaffenszeit gestaltet wurde. Ohne Vorplatz und Türme und etwas versteckt in der Altstadt, offenbart die barocke Kirche Maria de Victoria erst im Inneren ihren prachtvollen Glanz. Zum einen durch das weltweit größte Flachdeckenfresko, dessen perspektivische Meisterleistung sich dem Betrachter erst beim Herumgehen offenbart. Zum anderen durch die 1708 fertiggestellte Lepanto-Monstranz. Das filigrane, in Gold und Silber gehaltene Kunstwerk zeigt die siegreiche Seeschlacht der Christen über die Türken bei Lepanto - eine einzigartige Schlachtendarstellung auf der wertvollsten Monstranz der Welt. Ein weiteres spätbarockes Meisterwerk stellt der von Egid Quirin Asam geschaffene Hochaltar in der Kirche St. Peter in Sandizell bei Schrobenhausen dar.

Etwas weiter nördlich hat Gabriel de Gabrieli in seiner Zeit als fürstbischöflicher Eichstättischer Hofbaudirektor ein Kleinod des süddeutschen Barock hinterlassen. Er gehörte zur Gruppe der sogenannten "Graubündner Baumeister und Stuckateure" und hinterließ in und um Eichstätt über 30 Bauwerke. Dies macht ihn neben Mauritio Pedetti aus der italienischen Provinz Como zu den einflussreichsten Künstlern der Barockzeit im süddeutschen Raum. Vor allem die Westfassade des Doms, die fürstbischöfliche Residenz, der Residenzplatz und der barocke Hof-Garten-Palast versetzen noch heute die Besucher ins Staunen. Auch das nordwestlich von Neuburg gelegene Schloss Bertoldsheim zählt zu den wichtigsten Bauten Gabriel de Gabrielis. Es wird derzeit einer aufwendigen Sanierung unterzogen, um in einigen Jahren wieder im alten Glanz erstrahlen zu können.

In Altmannstein im Landkreis Eichstätt schließlich trifft man auf die Spuren von Johann Simon Mayr, den Vater der italienischen Oper. Freiherr Thomas de Bassus holte 1787 den jungen in Mendorf geborenenen Mayr auf seinen Landsitz Schloss Sandersdorf und förderte das musikalische Talent des jungen Mannes, der von dort aus seine musikalische Ausbildung in Bergamo und Venedig fortsetzte. Mit einem Schaffenswerk von 60 Opern und über 600 Kirchenmusikwerken war Johann Simon Mayr der erfolgreichste Komponist seiner Zeit. Die Internationalen Simon Mayr Festspiele sollen dazu beitragen, dieses kulturelle Erbe wieder zu beleben.

Erleben Sie die Verbindung aus flämischer Pracht mit wienerisch-italienischer Leichtigkeit. Entdecken Sie barocke Meister mitten in Bayern!

- Flämische Barockmalerei im Residenzschloss in Neuburg an der Donau
- Asamkirche Maria-de-Victoria
- Eichstätter Altstadt
- Johann Simon Mayr